Kurse & Maßnahmen

Baukurs für Solarkocher - seit 2007

Situation:

In den Gemeinschaftsunterkünften für Asylbewerber lebt eine Vielzahl von Flüchtlingen, die hier in Deutschland keinerlei Perspektive haben. An der freiwilligen Rückkehr hindert sie oft die Angst des "Gesichtsverlustes". Sie wollen und können nicht mit leeren Händen, bzw. als "Versager" nach Hause zurückkehren. Denn auf die Unterstützung der Familie können die meisten nicht hoffen und stehen so in einer Sackgasse ohne die Möglichkeit zu einem Neustart in ihrem Heimatland.

 

Ansatzpunkt der Maßnahme:

Den Flüchtlingen soll neues Know How vermittelt werden, mit dem sie auch ihren Lebensunterhalt im Heimatland bestreiten können. So haben sie eine Möglichkeit zur Rückkehr in Würde. Das oft als unlösbar erscheinende Problem des "Gesichtsverlustes" könnte überwunden und gleichzeitig die Grundlage für einen Neuanfang gelegt werden. Ziel ist es, den Kursteilnehmern bei einer etwaigen Rückkehr neue Optionen aufzuzeigen. 

 

Umsetzung:

Solarkocher in Selbstbauweise erstellt

  • Die Flüchtlinge bekommen im Rahmen von Infoveranstaltungen in den Gemeinschaftsunterkünften einen Einblick in den Nutzen und die Vorteile von Solarenergie, sowie die Anwendungsmöglichkeiten in den jeweiligen Heimatländern.
  • In einem zweiten Schritt bekommen sie durch Fachkräfte einen praktischen Qualifizierungskurs. Dort lernen sie, wie durch einfachste Technik und Materialien Solar-Geräte in Eigenbau entstehen können, die in den Heimatländern von Nutzen sind, bzw. dort schon in konventioneller Form in Gebrauch sind (z.B. Solar- Kocher).

Dabei wird beachtet, dass zum Bau ausschließlich Materialien verwendet werden, die in den Zielländern kostengünstig zur Verfügung stehen (z.B. Recycling - Materialien). Außerdem müssen die Anwendungsmöglichkeiten den örtlichen Lebensgewohnheiten entsprechen bzw. entgegenkommen. Nur so kann mit einer Akzeptanz der Solartechnik gerechnet werden.

 Solarkocherbaukurs1

Eine Existenzgründungsbegleitung findet nach Bedarf durch die ZRB in Augsburg statt. Die ZRB kann die geschulten Flüchtlinge anschließend finanziell bei der Existenzgründung im Heimatland unterstützen (z. B. mit Material, Werkzeug....).

Die Qualifizierungsmaßnahme kann so eine neue Möglichkeit zur Existenzgründung bei einer freiwilligen Rückkehr schaffen, die den Flüchtlingen eine Perspektive im Heimatland eröffnet und auch die dort ansässige Bevölkerung aktiv mit einbezieht in den Reintegrationsprozess.

Die Maßnahme "Solarkocher-Baukurs" findet in Kooperation mit EG Solar aus Altötting statt. 

 

Auf der Internetseite http://www.solar-kochstudio.de  ist der Bau von Solarkochern ausführlich dargestellt.

Zudem kann unter Downloads unsere Solarkocherbroschüre heruntergeladen werden.

 

Die Kurse sind kostenlos. Eine Verpflichtung für die Teilnehmer zur Ausreise besteht nicht.

Kurzbericht- Solarkocherbaukurs 2015:

Am 10.-12.11.2015 konnten insgesamt 6 TN aus Eritrea und Afghanistan beim Solarkocherbaukurs in Altötting mit Hilfe von EG-Solar e.V. insgesamt zwei funktionsfähige Solarkocher gebaut werden. Bei tief stehender Novembersonne konnte die Gruppe sogar ein reichhaltiges Mittagessen für zehn Personen zubereiten und war sichtlich beeindruckt von der Effektivität eines Solarkochers. Einmal zusammengebaut, lassen sich die Kocher leicht auseinanderbauen und transportieren. Die zwei Solarkocher befinden sich derzeit in Afrika im Betrieb.

 Solarkocherbaukurs 2015

Kurzbericht - Solarkocherbaukurs 2014:

Die letzten beiden Solarkocherbaukurse im Projektjahr 2013/2014 fanden in Augsburg vom 22. bis 25.09.15 und in Geisenhausen (Landshut) vom 06. bis 09.10.15 statt. Insgesamt nahmen 22 Teilnehmer aus 10 verschiedenen Herkunftsländern am Baukurs teil. Bei beiden Kursen konnten jeweils 2 Solarkocher während des oben genannten Zeitraums angefertigt werden. Abgerundet wurde die Qualifizierungsmaßnahme mit der Überreichung eines Zertifikates bei erfolgreicher Kursteilnahme.

 

Termine: auf Anfrage. Bitte kontaktieren Sie die ZRB Süd- und Ostbayern unter 0821-5089632

Download

zrb solarprojekt 2008:Projektbericht3-end