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Existenzgründung

 

Eröffnung eines Lebensmittelladens im IrakEröffnung eines Lebensmittelladens im Irak

Ein wesentlicher Bestandteil einer Reintegration ins Herkunftsland ist die Sicherung einer Existenzgrundlage. Aufgrund mangelnder Arbeitsplätze und der fehlenden Möglichkeit, die Rückkehrer in eine Nicht-selbständige Arbeit zu vermitteln, ist häufig die einzige Möglichkeit, grundsätzlich zu helfen, eine Existenzgründung zu planen und finanziell zu fördern.

Dazu gehören folgende Schritte:

  • Erstellung eines Existenzgründungsplans 
  • Beurteilung der persönlichen Eignung des Rückkehrers
  • Evtl. Teilnahme an einem Existenzgründungsseminar 
  • Evtl. Teilnahme an einer Qualifizierungsmaßnahme in Deutschland (z.B.PC-Kurs) oder im Herkunftsland 
  • Finanzielle Förderung und Weiterbetreuung der Existenzgründung nach der Rückkehr ins Herkunftsland (Im Idealfall mit Hilfe einer Partnerorganisation im Herkunftsland, die die Begleitung, Mittelauszahlung und Berichterstattung übernimmt).

Beispiele einer Rückkehr mit Existenzgrüdung:

Existenzgründung – Schafszucht im Senegal

Hr. T. kam 2014 damals als unbegleiteter Minderjähriger Flüchtling nach Europa um Arbeit zu finden und in der Hoffnung auf ein besseres Leben. Sein Asylverfahren wurde jedoch im Jahr 2016 negativ beschieden und aufgrund dessen entschied Hr. T. sich zu einer freiwilligen Rückkehr nach Senegal.

Vor seiner Flucht nach Deutschland hatte er im Senegal noch seine Großmutter (damals ca. 72 Jahre alt) bei der er leben und wohnen konnte und die ihn unterstützt hat. Seine Eltern sind bei einem großen Verkehrsunfall ums Leben gekommen als er gerade einmal 2 Jahre alt war. Deshalb hat Hr. T. keine Geschwister oder einen sozialen Verband der ihn bei seiner Rückkehr unterstützen könnte. Seine Onkel und Tanten haben den Kontakt nach dem Verkehrsunfall zu ihm abgebrochen. Seit seiner Flucht nach Deutschland hatte Herr T. keinen Kontakt mehr zu seiner Großmutter. Diese lebt nach Aussage von Hr. T. in sehr ärmlichen Verhältnissen und besitzt keine Kontaktmöglichkeit (Telefon o.ä.). Er wusste deshalb leider nicht, ob seine Großmutter bei seiner Rückkehr noch am Leben ist und ob er wieder bei ihr wohnen kann.                                                                                 

Da Hr. T. inzwischen in Deutschland als volljährig galt, allerdings immer noch ein gesetzlicher Vormund bestellt war und er gleichzeitig bei einer deutschen Pflegefamilie untergebracht war, mussten hier viele Parteien an einem Strang ziehen. Hr. T. gab sich in der Beratung sehr unselbständig und es war ein schwieriger Prozess gemeinsam eine Zukunftsperspektive zu entwickeln.

SchafzuchtAllerdings war es uns möglich über IntegPlan die vor Ort Organisation Caritas P.A.R.I. (Point d´accueil des réfugiés et Immigrés) ins Boot holen. Im Vorfeld konnte daher ein Pick-up vom Flughafen Dakar und eine Bleibe, in der Hr. T. vor erst wohnen konnte, organisiert werden. Wie sich später herausstellte, ist seine Großmutter während seiner Abwesenheit leider verstorben.

Aufgrund des fehlenden Familiensystems war es unabdingbar für Hr. T. so schnell wie möglich auf eigenen Beinen zu stehen. Deshalb wurde vor seiner Ausreise vereinbart, dass Hr. T. gemeinsam mit dem Partner von Caritas P.A.R.I im Senegal einen Businessplan erarbeitet und das Geld von den staatlichen Rückkehrgeldern bedarfsorientiert eingesetzt wird. Gemeinsam wurde festgestellt, dass der Bedarf an Schafen im Senegal sehr groß ist. Hr. T. wollte deshalb die Schafe in Mali kaufen und sie dann nach Senegal überführen. Leider konnte der Partner von Caritas dies nicht ermöglichen und die weite Strecke mit nach Mali fahren. Daher wurden die Schafe im Senegal, mit Unterstützung der staatlichen Rückkehrgeldern, käuflich erworben. Der Partner vor Ort verwaltete das Geld und hat uns dementsprechende Quittungen und Bilder geliefert. Hr. T. hat inzwischen mit seiner Schafszucht begonnen.

  

Herr J. Rückkehr nach Pakistan

kleiner Laden

Nach der Erwerbsunfähigkeit seines Vaters verließ Herr J. aus Pakistan seine Heimat. Als ältester Sohn, wurde von ihm erwartet den Lebensunterhalt für seine Familie zu bestreiten. Da er noch am Anfang seines Studiums stand, war nicht abzusehen, bis wann er mit seinem Abschluss Geld verdienen wird. Daher wurde beschlossen, dass er sich in Europa eine Arbeit suchen sollte, um der Familie ein Einkommen zu sichern. Herr J. beantragte in Deutschland Asyl, in der Hoffnung, bald anerkannt zu werden und damit auch eine Arbeitserlaubnis zu bekommen. Als er erkannte, dass diese Träume unter diesen Voraussetzungen nahezu unmöglich zu verwirklichen sind, suchte er die Zentrale Rückkehrberatung auf. Im Beratungsgespräch wurden seine Wünsche und Ziele kleiner Laden 3ebenso wie seine Fähigkeiten und Möglichkeiten besprochen. Herr J. wünscht sich sein Studium weiterzuführen um einen Abschluss zu erlangen, von ihm wird aber erwartet zumindest den Großteil des Lebensunterhalts für die Familie zu bestreiten.

Ein kleiner Laden soll ihm dies ermöglichen. Mithilfe einer Förderung über das ERIN Projekt konnte Herr J. einen kleinen Laden kaufen und mit einer Erstausstattung an Waren bestücken. Mit Hilfe seiner jüngeren Geschwister, die ihm im Laden helfen kann bereits jetzt ein kleines Einkommen erwirtschaftet werden, welches der Familie ein besseres Leben ermöglicht. Herr J. weiß, dass auch mithilfe der Förderung, sich seine Zukunftspläne nur durch viel harte Arbeit verwirklichen lassen werden. Durch seine Rückkehr in Würde wurde ihm diese Perspektive eröffnet und sein Wunsch nach einer besseren Zukunft für sich und seine Familie bestärkt ihn, seine Ziele zu erreichen.

On 27 Jan 2017 12:16 a.m., wrote:                                                                                                               I'm fine I hope so you are good Dear Weigert I send my shop pictures with check from Weldo...

On 27 Jan 2017 3:19 p.m., wrote:                                                                                                                   I have a small shop but I extend with earning money...

On 22 Jan 2017 9:34 p.m., wrote:                                                                                                                 I'm fine dear Weigert I always remember you really.. I send you my store pictures tomorrow...Your good idea for financial help the needy perains....I got 2000 Euro from WELDO office before one week ..

 

Nachbetreuung Herr C.:

Herr C. ist im Jahr 2015 über die Zentrale Rückkehrberatung Südbayern in sein Heimatland Nigeria zurückgekehrt. Durch die Möglichkeit der Staatlichen Rückkehrgelder konnte Herr C. eine Existenz in Form eines Taxifahrers aufbauen. Als er in Nigeria angekommen ist, hat er sich sogleich tatkräftig um seine Existenzgründung gekümmert und konnte sich sogar mit dem vorhandenen Geld einen Bus für Personentransport ermöglichen (nicht wie zuerst geplant ein Auto mit 4 Plätzen). Ende September haben wir Rückmeldung von Herrn C. bekommen, dass er sehr glücklich ist und das alles wunderbar geklappt hat. Er hat sich sehr bedankt über die große Unterstützung.

Zu Beginn 2016 hat die Beraterin der  Zentrale Rückkehrberatung Herrn C.in Nigeria angerufen und nachgefragt wie es ihm geht. Er hat uns mitgeteilt, dass privat alles wunderschön verläuft. Er hat eine Frau in Nigeria gefunden und möchte diese in den nächsten Jahren heiraten und Kinder bekommen. Geschäftlich läuft es aber nicht optimal, da sein Auto seit drei Wochen nicht mehr fahren kann und es dringend einer Reparatur bedarf. Auf Nachfrage unsererseits über die Reparaturkosten, meinte Hr. C. das die Ersatzteilte für den Motor sich insgesamt auf ca. 750 € belaufen. Den Aus- und Einbau der Teile kann Hr. C. selbst übernehmen.

Für Herrn C. ist es derzeit nicht möglich das gesamte Geld aufzubringen, da er im November die Restzahlung für den Bus aufbringen musste. Seit November hat er sich nicht allzu viel zusammen sparen können. Zusammen haben wir besprochen, dass die Zentrale Rückkehrberatung ihm 500 € als Nachbetreuung geben kann, wenn er dafür die restlichen 250 € selbst aufbringt. Für Herrn C. ist dies eine sehr große Hilfe und eine große finanzielle Erleichterung. Wenn der Bus repariert ist, kann er endlich wieder weiterarbeiten und Geld für seinen Lebensunterhalt verdienen.

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