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Dokumentation des Seminartags am 06. Mai 2006 in Augsburg
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Modelle einer Rückkehr
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Das Seminar "Modelle einer Rückkehr" befasste sich mit der speziellen Situation afrikanischer Flüchtlinge, die in Deutschland kaum Asyl bekommen. Fünf Referenten
beleuchteten aus unterschiedlichen Perspektiven Fragen der Migrationsproblematik, Hintergründe für eine Migration nach Deutschland,
Hilfs- und Beratungsangebote, Möglichkeiten der Zusammenarbeit von Entwicklungshilfe und Rückkehrhilfe sowie konkrete Projekte
zur Unterstützung von Rückkehrern vor Ort. Veranstaltet wurde dieses Seminar vom Caritasverband für die Diözese Augsburg e.V.
und der ZRB Südbayern.
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Dr. Christian Ruck
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| Dr. Christian Ruck, MdB |
ist seit 1990 Mitglied des Bundestages. Der Vorsitzende der Arbeitsgruppe Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung der
CDU / CSU Fraktion hat auch selbst praktische Vor-Ort-Erfahrungen aus Afrika. Des weiteren ist er stellvertretender Vorsitzender
der CSU Landesgruppe.
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Da das Thema der freiwilligen Rückkehr bei Flüchtlingsberatern und Eine-Welt-Akteuren nicht unumstritten ist, präsentierte
Dr. Ruck keine parteipolitischen Statements sondern stellte sich offen der Diskussion mit den Seminarteilnehmern. Wir konnten
ihn für die Thematik und der zu lösenden Probleme gewinnen. Dr. Ruck sicherte uns seine Unterstützung in konkret vorgetragenen
Planungen zu. christian.ruck@bundestag.de
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Dr. Jeannett Martin
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Dr. Jeanett Martin, Uni Bayreuth
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ist Ethnologin an der Uni Bayreuth und beschäftigt sich aus dieser Perspektive heraus mit (Re) Migration von Afrikanern. Im
Rahmen ihrer Dissertation hat Sie über die Rückkehr von Ghanaern geforscht. Dafür hat sie u.a. auch ein Jahr in Ghana verbracht
und dort eine ganze Reihe von Rückkehrer kennen gelernt und sie interviewt. (Die Ergebnisse sind inzwischen auch veröffentlicht:
J. Martin: "Been To, Burger, Transmigranten?", LIT Verlag, 2005)
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Gegenwärtig ist Frau Dr. Martin in einem DFG-Projekt im Norden Benins beschäftigt.
Ihr Vortrag "Europe is heaven?" beleuchtete das Thema der Rückkehr aus ethnologischer Sicht.
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- Was macht Europa so attraktiv, dass einige Menschen oftmals sogar ihr Leben riskieren, um dorthin zu gelangen?
- Warum fällt es so vielen afrikanischen Flüchtlingen trotz unbefriedigender Lebensbedingungen, sozialer Ausgrenzung usw. so
schwer, in ihr Herkunftsland zurück zu kehren?
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Download |
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Stichpunkte zum Vortrag von Frau Dr. Martin "Europe is heaven"
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Um über diese oder ähnliche Fragen diskutieren zu können, müssen wir laut Dr. Jeannett Martin nicht nur auf die Situation
der Flüchtlinge in Deutschland, sondern auch auf die kulturellen Kontexte schauen, aus denen die Migranten stammen und in
die viele von ihnen - freiwillig oder unfreiwillig - zurückkehren werden. Am Beispiel von Südghana hat der Vortrag aufgezeigt, dass Migrationsprozesse als kulturell eingebettete Prozesse gesehen werden
können. Die Hoffnungen und Erwartungen vieler Afrikaner an einen Aufenthalt in Europa sind dabei ebenso durch kulturelle Wahrnehmungsmuster
geprägt, wie etwa die Vorstellungen vieler Europäer von Afrika und den Afrikanern. Der Vortrag ging so über die meist klassischen Ansätze der Migrationsstudien hinaus, die hauptsächlich von ökonomischen bzw.
sozioökonomischen Fragestellungen geprägt sind. Diese "Rückkehrforschung" richtet den Fokus auf das Individuum und dessen
Erleben. Den oft schweren Prozess der Rückkehr stellte Dr. Jeannett Martin anhand einer Beispielstudie dar. Sie ging dabei auf die
berufliche und ökonomische Situation, die soziale Situation und auch auf die Probleme der Erwartungen von Seiten der Daheimgebliebenen
ein.
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| Soni Unterreitmeier, Solwodi Augsburg |
Soni Unterreithmeier
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arbeitet für den Verein Solwodi (SOLidarity with WOmen in DIstress - Solidarität mit Frauen in Not). Solwodi existiert in
Deutschland seit 1988 mit inzwischen zehn Beratungsstellen. Eine davon befindet sich in Augsburg, die durch Frau Unterreithmeier
betreut wird.
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Frau Unterreithmeier stellte SOLWODI e.V. und die Arbeit der Organisation vor. Besonders ging sie dabei auf das bundesweite
Rückkehrerinnen-Projekt von SOLWODI ein, das seit 1992 existiert. Das Projekt berät und unterstützt mittellose Migrantinnen, die in ihre Herkunftsländer zurückkehren wollen oder müssen. Dabei
ist die Beratung und Unterstützung unabhängig vom Aufenthaltsstatus der Frauen. Um den Frauen unter Achtung ihrer Persönlichkeit und Wahrung ihres Stolzes eine eigenständige Lebensgrundlage zu ermöglichen,
unterstützt SOLWODI die Frauen auf unterschiedliche Weise. Unter anderem vermittelt die Organisation Stipendien für berufliche
Aus- und Weiterbildungen, zahlt Einarbeitungszuschüsse an Arbeitgeber und hilft mit Darlehen und Zuschüssen für Geschäftsgründungen
und Direkthilfen in Form von Reise- und Frachtkosten oder Überbrückungsgelder für die ersten Monate nach der Rückkehr. Um die Rückkehrerinnen nachhaltig zu unterstützen, bietet SOLWODI in Kooperation mit lokalen NGO´s in den jeweiligen Zielländern
eine durchgehende einzelfallbezogene Beratung und Begleitung vom Erstkontakt in Deutschland bis zum Abschluss einer beruflichen
Fördermaßnahme im Herkunftsland an. Frau Unterreithmeier berichtete über einige konkrete Beispiele von Frauen, die sich mit
Hilfe des Projektes erfolgreich in ihren Heimatländern reintegrieren konnten. Insgesamt unterstütze das Rückkehrerinnen-Projekt
34 Frauen aus unterschiedlichen Herkunftsländern im Jahr 2004.
Zu weiteren Informationen lesen Sie bitte: http://www.solwodi.de/
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| Dr. Norbert Stamm, Eine Welt Netzwerk Bayern |
Dr. Norbert Stamm
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ist Literaturwissenschaftler. Er promovierte am Graduiertenkolleg "Interkulturelle Beziehungen in Afrika" und veröffentlichte
zu diesem Themenbereich auch ein Buch: "Augsburg - Afrika. Ein Buch über Beziehungen" (1995). Desweiteren arbeitete er bei
der Afrikanischen Woche der Werkstatt Solidarische Welt mit. Herr Dr. Stamm ist Vorstandsmitglied des Eine Welt Netzwerk Bayern e.V., dem Zusammenschluss der entwicklungspolitischen Initiativen
und Nord-Süd-Foren in Bayern.
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Dr. Stamm berichtete im Rahmen seines Seminarbeitrages über das Eine-Welt-Netzwerk. Dabei handelt es sich um das bayerische
Landesnetzwerk der entwicklungspolitischen Gruppen, Weltläden und lokalen Eine-Welt-Netzwerke. Im Internetportal können Partnerschaften eingetragen werden, die viele Schulen, Kommunen und Kirchengemeinden mit sogenannten
Entwicklungsländern haben. Die Seite will Aktivitäten dokumentieren und Kontakte herstellen. Dr. Stamm betonte bei seiner
Vorstellung des Netzwerkes, das dieses nicht unmittelbar tätig wird, sondern ein Vermittlungsangebot darstellt. Die Wirkung
bzw. die Qualität hängt dabei von den Benutzern ab. Das heißt, je mehr Schulen, Kommunen und Kirchengemeinden sich eintragen,
desto besser kann das Netzwerk Kommunikations- und Austauschplattform sein. Dieses Informationsportal kann auch von Beratungsdiensten und Rückkehrer genutzt werden. Baut ein Rückkehrer z.B. eine Beziehung
zu einer Schule, Kirchengemeinde oder NGO hier in Deutschland auf, zu der er dann nach der Rückkehr weiter in Beziehung bleibt
- oder er vermittelt einen Kontakt zu einer Organisation, Schule, usw. in seiner Heimat, kann er als "Brückenmenschen" zu einem internationalen Dialog beitragen und von Unterstützungsstrukturen auf beiden Seiten profitieren.
Die Rückkehrberatungsstellen können später ebenfalls dieses Netzwerk nutzen um die eigenen Kontakte zu Partnerorganisationen
einzutragen und die Möglichkeiten zur Rückkehrberatung und Schulung ( z.B. Existenzgründungsmöglichkeiten) als Serviceleistung
anzubieten.
Zur weiteren Information: http://www.bayern-einewelt.de/
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| Albert Osei-Wosu, Flüchtlingsberater in München |
Albert Osei-Wusu
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ist langjähriger Flüchtlingsberater bei der Inneren Mission München. 1993 hat er mit Freunden zusammen den Deutsch-Ghanaischen Freundschaftskreis gegründet. Mit Hilfe dieses Vereins konnte das Vocational Training Centre in Denchemouso / Ghana gegründet werden. Hier sollen junge
Menschen in Afrika selbst eine Perspektive für die Zukunft erhalten, indem sie u.a. über ein Netzwerk von Patenschaften eine
Ausbildung absolvieren können.
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Albert Osei-Wusu berichtet von seinem Besuch in Ghana. Im obengenannten Projekt unterrichten 7 Lehrer 95 Schüler und bereiten
sie auf das Leben vor. Dieses Projekt kann auch als Anlaufstelle von Rückkehrern aus Deutschland genutzt werden. Es hat sich
als wichtig gezeigt, dass Rückkehrer nicht direkt in ihre Familien zurückkehren, sondern besser zuerst sich an einer Zwischenstation
wieder an ihre Heimatkultur gewöhnen. So treten sie erst wieder mit ihren Familien in Kontakt, wenn sie sich akulturiert haben.
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